Französischer Ex-Kulturminister Lang tritt nach Epstein-Kontakten von Institutsspitze zurück
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Der frühere französische Kulturminister Jack Lang hat seinen Rückzug von der Leitung des Institut du monde arabe eingereicht. Der Schritt erfolgte aufgrund öffentlich gewordener Kontakte zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Lang betonte, sein Angebot sei kein Schuldeingeständnis.
Die wichtigsten Punkte
- Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang hat seinen Rücktritt vom Präsidentenamt des Institut du monde arabe angeboten .
- Der 86-Jährige reagiert damit auf bekannt gewordene Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein .
- Lang übermittelte sein Rücktrittsgesuch in einem Brief an den amtierenden französischen Außenminister Jean-Noël Barrot .
Rücktritt ohne Schuldanerkenntnis
Jack Lang erklärte seine Bereitschaft, die Präsidentschaft des renommierten Pariser Kulturinstituts niederzulegen. In seiner Kommunikation wies er jedoch darauf hin, dass dieser Schritt nicht als Geständnis von Fehlverhalten interpretiert werden dürfe. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Diskussion über seine früheren Kontakte zu Epstein, der wegen sexueller Straftaten verurteilt worden war und 2019 in Haft starb.
Ende einer langen Amtszeit
Mit dem Rücktrittsangebot endet eine über ein Jahrzehnt währende Führungsphase. Lang hatte die Leitung des Institut du monde arabe im Jahr 2013 übernommen. Die politische Karriere des 86-Jährigen begann in den 1980er Jahren unter Staatspräsident François Mitterrand, bei dem er das Kulturministerium führte. Zu seinen bekanntesten Initiativen zählt die Einführung der Fête de la Musique im Jahr 1982, eines Musikfestes, das mittlerweile international Nachahmung findet.
Weitreichende Folgen eines Skandals
Der Vorgang unterstreicht die anhaltenden Auswirkungen der Epstein-Affäre, die auch Jahre nach dem Tod des Hauptbeteiligten weiterhin prominente Persönlichkeiten betrifft. Für Frankreich stellt Lang die bislang bekannteste Figur des öffentlichen Lebens dar, die aufgrund dieser Verbindungen ein Amt aufgibt. Die französische Regierung muss nun über die Annahme des Rücktrittsgesuchs entscheiden und eine Nachfolge für die Institutsleitung finden. Die Zukunft einer der prägendsten Figuren der französischen Kulturpolitik ist damit vorerst ungewiss.