Trump-Plan und COP-Ende: AfD sieht "Sieg der Realität"
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Für die AfD ist der 22. November 2025 ein Tag der Bestätigung. Die Partei feiert den 28-Punkte-Friedensplan von Donald Trump als Rückkehr zur "Realpolitik" und das Scheitern der Weltklimakonferenz (COP30) als Ende der "deutschen Alleingänge". Parteichefin Alice Weidel sieht ihre Warnungen vor Waffenlieferungen und "Klima-Hysterie" durch die Weltlage bestätigt. Euractiv
Weltlage als Wahlkampfhilfe: Die AfD nutzt Trumps Plan und das COP-Scheitern für ihr Narrativ.
Die wichtigsten Punkte
- Ukraine: Die AfD begrüßt Trumps Plan (Gebietsabtretungen, NATO-Verzicht) als einzigen Weg zum Frieden. Sie sieht sich als "Friedenspartei" bestätigt. AfD Fraktion
- Klima: Das Scheitern der COP30 (kein Ausstieg aus Fossilen) wertet die AfD als Beweis, dass Deutschland sich mit seiner Klimapolitik isoliert und ruiniert.
- Narrativ: Die Partei inszeniert sich als prophetische Kraft, die "schon immer gewusst hat", dass der Krieg militärisch nicht zu gewinnen und die Klimaziele unrealistisch sind.
Trump als Vorbild: "America First" trifft "Deutschland zuerst"
Der 28-Punkte-Plan von Donald Trump, der faktisch eine Kapitulation der Ukraine fordert, wird von der AfD nicht als Verrat an westlichen Werten, sondern als pragmatische Lösung gefeiert. Alice Weidel argumentiert, dass der Krieg militärisch verloren sei und weitere Waffenlieferungen nur das Leiden verlängern würden. Trumps Ansatz, Fakten anzuerkennen (russische Gebietsgewinne), deckt sich mit der Forderung der AfD nach einem sofortigen Ende der Sanktionen und einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland. CBS News
Die Nähe zu Trumps Ideologie wird dabei offen zur Schau gestellt. Die AfD sieht in seinem Wahlsieg und seiner Politik eine Blaupause für Deutschland: Nationale Interessen über internationale Bündnisse, Deals statt Moral.
Kampf gegen Windmühlen? Die AfD inszeniert sich als Partei der funktionierenden Realität gegen grüne Ideologie.
COP30: "Windmühlen der Schande"
Auch das Ergebnis der Klimakonferenz in Brasilien spielt der AfD in die Karten. Dass sich die Weltgemeinschaft nicht auf einen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen konnte, interpretiert die Partei als Bankrotterklärung der deutschen Klimapolitik. "Die Welt macht nicht mit, Deutschland ruiniert sich allein", so das Narrativ. Spiegel
Alice Weidel polemisiert gegen "Windmühlen der Schande" und fordert eine Rückkehr zu günstiger, fossiler Energie, um die deutsche Wirtschaft zu retten. Das Scheitern der internationalen Diplomatie wird als Beweis dafür genommen, dass nationale Alleingänge sinnlos sind.
Strategische Lage: Die "Querfront" mit dem BSW
Interessant ist die inhaltliche Nähe zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Beide Parteien fordern ein Ende der Waffenlieferungen und Verhandlungen mit Putin. Diese "Querfront" setzt die etablierten Parteien (CDU, SPD, Grüne) massiv unter Druck, da sie eine wachsende Stimmung in der Bevölkerung bedient, die kriegsmüde ist und sich Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen macht.