AfD bei 40 %: Landtagswahlen 2026 werden zum Härtetest
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Im Osten drohen historische Wahlergebnisse für die AfD.
Die AfD dominiert die Umfragen in Ostdeutschland wie nie zuvor. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt sie laut aktuellen Erhebungen bei 39 bis 40 Prozent – ein Niveau, das demokratische Regierungsbildungen ohne die Partei nahezu unmöglich macht. Die Landtagswahlen im September 2026 könnten zur härtesten Probe für das politische System seit der Wiedervereinigung werden.
Die Zahlen: Historische Höchstwerte
In Sachsen-Anhalt sieht die jüngste Infratest-dimap-Erhebung die AfD bei 39 Prozent, die CDU bei 27 Prozent. [Wikipedia – Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026] SPD und Linke erreichen zusammen nur noch einstellige Werte. In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Die AfD liegt bei etwa 40 Prozent, gefolgt von der CDU mit rund 22 Prozent. [Wikipedia – Landtagswahl MV 2026]
39–40 %: Die AfD führt in Ostdeutschland mit historischem Vorsprung.
Das Problem der Regierungsbildung
Die sogenannte „Brandmauer" – das Versprechen aller anderen Parteien, nicht mit der AfD zu koalieren – wird bei diesen Zahlen zur Zerreißprobe. Selbst ein theoretisches Vierer-Bündnis aus CDU, SPD, Linke und Grünen könnte in beiden Ländern an der 50-Prozent-Marke scheitern. [wahlrecht.de – Umfragen Sachsen-Anhalt]
In Mecklenburg-Vorpommern regiert derzeit eine Koalition aus SPD und Linke unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig – doch beide Parteien liegen zusammen unter 20 Prozent. In Sachsen-Anhalt führt CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff eine „Kenia-Koalition" mit SPD und FDP, die ebenfalls weit von einer Mehrheit entfernt ist. [wahlrecht.de – Umfragen MV]
Warum die AfD im Osten so stark ist
Politikwissenschaftler sehen mehrere Faktoren: wirtschaftliche Unzufriedenheit, wahrgenommene Vernachlässigung durch Berlin, Skepsis gegenüber der Migrationspolitik und eine generelle Protestmentalität gegen „die da oben". [Deutschlandfunk – Jahresausblick 2026]
Hinzu kommt: Die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gilt als besonders radikalisiert. Beide Landesverbände werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Das scheint die Wählerschaft jedoch nicht abzuschrecken – im Gegenteil. [Deutschlandfunk – AfD Spitzenkandidat]
Merz schweigt zu Ostdeutschland
Bemerkenswert: In seiner Neujahrsansprache erwähnte Bundeskanzler Friedrich Merz weder die bevorstehenden Landtagswahlen noch die AfD-Stärke im Osten. [FAZ] Kritiker werfen ihm vor, das Thema aus wahltaktischen Gründen zu meiden. Die Bundesregierung habe „keinen Plan" für den Umgang mit einer AfD-Dominanz auf Landesebene. [Deutschlandfunk]
Szenarien für September 2026
Drei Szenarien werden diskutiert:
- Große Kenia-Koalitionen: Alle Parteien außer der AfD schließen sich zusammen – wenn die Stimmen reichen. Das würde fragile Regierungen mit vier oder mehr Partnern bedeuten.
- Minderheitsregierungen: CDU-geführte Kabinette, die sich Mehrheiten im Parlament suchen – potenziell auch mit AfD-Stimmen bei einzelnen Sachthemen.
- Regierungsbeteiligung der AfD: Das offizielle Tabu. Doch einzelne CDU-Funktionäre haben bereits angedeutet, dass die „Brandmauer" nicht auf ewig halten könne.
Fazit: Der Ernstfall naht
Die Landtagswahlen 2026 in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden zeigen, wie belastbar das deutsche Parteiensystem ist. Wenn die AfD tatsächlich 40 Prozent erreicht, stehen alle anderen Parteien vor einer Grundsatzfrage: Kooperieren – oder akzeptieren, dass Ostdeutschland dauerhaft schwer regierbar wird.