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BSW hat zu wenig Stimmen: Klagt jetzt vor Gericht

Illustration: BSW klagt gegen 5-Prozent-Hürde beim Bundesverfassungsgericht

Titelillustration: Wahlprüfungsbeschwerde des BSW gegen die 5%-Hürde – Demokratie auf dem Prüfstand.

Bei der Bundestagswahl 2025 hat das BSW 4,98 Prozent erreicht – nur 0,02 Prozentpunkte fehlen für die 5%-Hürde. Exakt 9.529 Stimmen zu wenig. Rund 2,47 Millionen Menschen haben die Partei gewählt – ihre Stimmen bleiben ohne Sitz im Parlament. Jetzt klagt das BSW und nennt die Regel unfair. Tagesschau: Endergebnis · Das Parlament · Bundestag.de

Das Wichtigste in Kürze

  • Knapp gescheitert: 4,98% statt 5% – es fehlen nur 9.529 Stimmen.
  • 2,47 Millionen Stimmen: So viele Menschen haben BSW gewählt. Aber diese Stimmen zählen nicht für den Bundestag.
  • BSW klagt: Die Partei geht vor Gericht. Sie sagt: Die 5%-Regel ist unfair.
  • Was passiert jetzt? Das Gericht entscheidet, ob die Regel fair ist oder geändert werden muss.
Grafik: 5%-Hürde im Parteien-System – Repräsentation vs. Stabilität

Illustration: Repräsentation und Stabilität im Spannungsfeld der Sperrklauseln.

Was ist die "5%-Hürde"?

Die 5%-Hürde ist eine Regel in Deutschland. Sie sagt: Eine Partei muss mindestens 5% der Stimmen bekommen. Sonst darf sie nicht in den Bundestag.

Warum gibt es diese Regel? Sie soll verhindern, dass zu viele kleine Parteien im Bundestag sind. Früher hat das zu Chaos geführt.

Aber viele sagen: Die Regel ist zu streng. Millionen Wähler werden ignoriert.

Was ist passiert?

Bei der Bundestagswahl im Oktober 2025 haben die Menschen in Deutschland gewählt. Dabei haben viele Parteien mitgemacht. Einige Parteien haben viele Stimmen bekommen – andere weniger.

Das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) hat 4,98% der Stimmen bekommen. Das sind etwa 2,47 Millionen Menschen. Aber: Um in den Bundestag zu kommen, braucht eine Partei mindestens 5%.

Das BSW hat also nur 0,02% zu wenig. Es fehlen etwa 10.000 Stimmen – weniger als in einer kleinen Stadt wohnen. Wikipedia: Bundestagswahl 2025

Warum ist das BSW sauer?

Sahra Wagenknecht, die Chefin vom BSW, sagt: Das ist unfair. Fast 2,5 Millionen Menschen haben uns gewählt. Aber wir dürfen nicht in den Bundestag. Diese Stimmen zählen einfach nicht. Uns fehlen nur 10.000 Stimmen!

Sie sagt auch: Die alten Parteien (CDU, SPD, Grüne) wollen keine neuen Parteien im Bundestag. Deshalb halten sie an der 5%-Regel fest.

Was sagt Sahra Wagenknecht?

Sie hat gesagt:

„Fast zweieinhalb Millionen Menschen haben uns gewählt. Aber ihre Stimmen werden ignoriert. Uns fehlen 10.000 Stimmen – das ist keine Demokratie."

— Sahra Wagenknecht

Was macht das BSW jetzt?

Das BSW klagt vor Gericht. Das Gericht heißt Bundesverfassungsgericht. Es ist das wichtigste Gericht in Deutschland. Es prüft, ob Gesetze fair sind.

Das BSW sagt: Die 5%-Hürde ist unfair. Sie verstößt gegen das Grundgesetz. Das Grundgesetz ist so etwas wie die wichtigste Regel in Deutschland.

Was ist das "Bundesverfassungsgericht"?

Das Bundesverfassungsgericht ist das oberste Gericht in Deutschland. Es sitzt in der Stadt Karlsruhe.

Das Gericht prüft, ob Gesetze richtig sind. Zum Beispiel: Ist die 5%-Hürde fair? Oder ist sie gegen das Grundgesetz?

Das Gericht kann sagen: „Diese Regel ist unfair. Sie muss geändert werden."

Was will das BSW erreichen?

Das BSW will, dass die Regel geändert wird. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Möglichkeit 1: Die Hürde wird kleiner. Zum Beispiel nur noch 3% statt 5%.
  • Möglichkeit 2: Die Hürde wird ganz abgeschafft. Dann dürfen alle Parteien in den Bundestag – egal wie viele Stimmen sie haben.

Warum gibt es die 5%-Regel überhaupt?

Die 5%-Hürde gibt es seit vielen Jahren. Warum?

Die Geschichte

Früher – vor dem Zweiten Weltkrieg – gab es in Deutschland viele kleine Parteien im Parlament. Das hat zu Problemen geführt. Die Parteien konnten sich nicht einigen. Am Ende gab es Chaos.

Nach dem Krieg haben die Politiker gesagt: Das soll nicht wieder passieren. Deshalb haben sie die 5%-Regel eingeführt. Sie soll sicherstellen, dass nur größere Parteien im Bundestag sind.

Die Idee dahinter

Die Idee ist: Wenn zu viele kleine Parteien im Bundestag sind, wird es schwierig. Die Parteien streiten sich. Sie können keine Regierung bilden. Nichts geht voran.

Deshalb sagt die Regel: Nur Parteien mit mindestens 5% dürfen rein. So gibt es weniger Parteien – und hoffentlich weniger Chaos.

Was sagen die anderen Parteien?

Die anderen Parteien haben unterschiedliche Meinungen:

  • CDU/SPD (Regierung): Sie sind gegen eine Änderung. Sie sagen: Die 5%-Regel ist wichtig. Ohne sie gibt es Chaos.
  • Grüne: Sie verstehen, dass das BSW sauer ist. Aber sie wollen die Regel auch nicht ändern.
  • FDP: Einige in der FDP finden: Vielleicht sollte die Regel auf 3% gesenkt werden. Andere sind dagegen.
  • AfD: Die AfD unterstützt das BSW überraschend. Sie sagt: Auch wir wurden früher ausgegrenzt.
  • Linke: Die Linke findet: Die Regel sollte geändert werden. 5% sind zu viel.

Andere Länder haben andere Regeln

In anderen Ländern gibt es auch Regeln – aber sie sind unterschiedlich:

  • Niederlande: Dort gibt es keine Hürde. Jede Partei, die genug Stimmen hat, kommt ins Parlament.
  • Schweden: Dort sind es 4% – also weniger als in Deutschland.
  • Österreich: Auch dort sind es 4%.

Das BSW sagt: Wenn es in anderen Ländern funktioniert, warum nicht in Deutschland?

Was würde sich ändern?

Angenommen, das Gericht sagt: Die Regel muss geändert werden. Was würde passieren?

Wenn die Hürde auf 3% sinkt:

Dann würden bei der nächsten Wahl mehr Parteien in den Bundestag kommen. Zum Beispiel:

  • Das BSW (hatte 4,8%)
  • Vielleicht noch andere kleine Parteien

Das würde bedeuten: Mehr Vielfalt im Bundestag. Aber auch: Schwierigere Regierungsbildung.

Wenn die Hürde ganz abgeschafft wird:

Dann könnten auch ganz kleine Parteien mit 1% oder 2% in den Bundestag. Das würde viel verändern:

  • Vorteil: Alle Stimmen zählen. Niemand wird ignoriert.
  • Nachteil: Es gibt vielleicht 10 oder 15 Parteien im Bundestag. Das könnte chaotisch werden.

Wird sich etwas ändern?

Ehrlich gesagt: Wahrscheinlich nicht.

Das Bundesverfassungsgericht hat die 5%-Regel schon mehrmals geprüft. Und es hat immer gesagt: Die Regel ist okay. Sie ist fair.

Es ist also unwahrscheinlich, dass das Gericht jetzt plötzlich sagt: „Die Regel muss weg."

Aber: Die Klage zeigt, dass viele Menschen unzufrieden sind. Vielleicht diskutieren die Parteien in Zukunft darüber, ob die Regel geändert werden sollte.

Zusammenfassung

Das BSW hat bei der Wahl 4,98% bekommen. Das sind 2,47 Millionen Stimmen. Aber es reicht nicht für den Bundestag – denn die Regel sagt: Eine Partei braucht mindestens 5%. Es fehlen nur etwa 10.000 Stimmen.

Das BSW sagt: Das ist unfair. Deshalb klagt die Partei vor Gericht.

Die anderen Parteien sagen: Die Regel ist wichtig. Ohne sie gibt es Chaos.

Jetzt entscheidet das Bundesverfassungsgericht. Es wird wahrscheinlich sagen: Die Regel bleibt.

Aber die Debatte ist wichtig. Denn sie zeigt: Viele Menschen fragen sich, ob die 5%-Hürde noch zeitgemäß ist.

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