„Wir müssen länger arbeiten" – Reiche spaltet die Union
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Kontroverse Forderung: Wirtschaftsministerin Reiche will längere Arbeitszeit.
Was passiert ist
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert, dass Deutsche deutlich länger arbeiten müssen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte sie: Die Deutschen können nicht zwei Drittel ihres Erwachsenenlebens arbeiten und ein Drittel in Rente verbringen. Das funktioniere langfristig nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorbild Dänemark: Reiche verweist auf Dänemark, das bis 2040 das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anhebt
- Scharfe Kritik: Der Arbeitnehmerflügel der CDU (CDA) nennt sie eine „Fehlbesetzung" im Amt
- Insolvenzen steigen: 2025 gab es fast 32.000 Unternehmensinsolvenzen – ein Anstieg um 17 %
- Rentner-Warnung: Reiche sagt jüngeren Generationen: Die Rente wird trotz hoher Beiträge später „nicht zum Leben reichen"
Warum das wichtig ist
Deutschland steht vor einem massiven Problem: Die Babyboomer gehen in Rente, während immer weniger junge Menschen nachrücken. Die Rentenkassen sind unter enormem Druck.
Reiche argumentiert: Ohne eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit kollabiert das System. Ihre wichtigsten Argumente:
- Hohe Lohnnebenkosten machen den Faktor Arbeit unwettbewerbsfähig
- Fast 32.000 Unternehmen sind 2025 insolvent gegangen (17 % mehr als 2024)
- Nur ein Viertel der Beschäftigten arbeitet körperlich hart – der Rest könne länger arbeiten
Der Arbeitnehmerflügel der CDU (CDA) widerspricht scharf. CDA-Vize Christian Bäumler sagt: Reiche ignoriert, dass Deutschland eine sehr hohe Teilzeitquote hat. Das Problem ist nicht die Faulheit der Bürger, sondern fehlende Kinderbetreuung und unflexible Arbeitsmodelle.
Die CDA fordert: Erst bessere Rahmenbedingungen für Vollzeitarbeit schaffen, dann über Rentenalter reden.
Die Reaktionen
Arbeitgeber: Präsident Rainer Dulger begrüßt den Vorstoß.
Sozialverbände: Warnen, dass eine höhere Lebensarbeitszeit für Geringverdiener faktisch eine Rentenkürzung bedeutet.
Gewerkschaften: Kritisieren, dass eine pauschale Erhöhung die unterschiedlichen Belastungen verschiedener Berufe ignoriert – Büroangestellte können vielleicht länger arbeiten, Bauarbeiter nicht.
Was jetzt passiert
Die Debatte wird das Wahljahr 2026 prägen. Der Konflikt spaltet die Union: Wirtschaftsflügel gegen Arbeitnehmerflügel. Die CDA macht klar: Eine Rentenreform ohne soziale Absicherung wird es mit ihnen nicht geben.
Die schwarz-rote Koalition steht vor einer Zerreißprobe.