Das ändert sich 2026: Mindestlohn, Aktivrente, Deutschlandticket
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2026 bringt spürbare Änderungen – beim Lohn, beim Ticket und bei der Rente.
Das neue Jahr startet mit einer Reihe von Reformen. Das Deutschlandticket wird teurer, der Mindestlohn steigt, und erstmals können Ruheständler mit der neuen Aktivrente bis zu 2.000 Euro steuerfrei dazuverdienen. Außerdem: Gastronomen profitieren wieder von reduzierter Mehrwertsteuer, und alle 18-Jährigen bekommen Post vom Verteidigungsministerium. Ein Überblick.
Deutschlandticket: Von 58 auf 63 Euro
Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat statt bisher 58 Euro. [NAVIT] Die Erhöhung hatten Bund und Länder im Herbst 2025 beschlossen, nachdem klar wurde, dass die Finanzierung bei 49 bzw. 58 Euro nicht ausreicht.
Die Verkehrsministerkonferenz begründete den Schritt mit gestiegenen Energiekosten und Personalausgaben bei den Verkehrsunternehmen. Kritiker monieren, dass die soziale Komponente des Tickets unter der Preiserhöhung leide. [NAVIT]
Mehr zahlen, mehr verdienen: Die Änderungen 2026 im Alltag.
Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn klettert zum 1. Januar 2026 von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde – ein Plus von gut 8,4 Prozent. [BMAS]
Die Mindestlohnkommission hatte die Anhebung im Juni 2025 einstimmig empfohlen. Hintergrund: Die Inflation der letzten Jahre hat die Kaufkraft niedriger Einkommen stark belastet. Der DGB feierte die Erhöhung als „überfällig" – Wirtschaftsverbände warnten vor zusätzlichen Belastungen für kleine Unternehmen. [BMAS]
Aktivrente: Bis zu 2.000 Euro steuerfrei dazuverdienen
Seit 1. Januar 2026 können Rentnerinnen und Rentner im sogenannten Aktivrentenmodell bis zu 2.000 Euro pro Monat hinzuverdienen, ohne dass darauf Einkommensteuer oder Sozialversicherungsbeiträge anfallen. [BMAS]
Der Freibetrag ist Teil des Rentenpakets III, das Kanzler Merz als eines der ersten Gesetze seiner Amtszeit durchs Parlament brachte. Das erklärte Ziel: dem Fachkräftemangel entgegenwirken und älteren Menschen einen Anreiz bieten, länger im Berufsleben zu bleiben. [Sparkasse]
Die Opposition kritisiert die Regelung als „Rentenbonus für Besserverdienende". Gewerkschaften begrüßen sie grundsätzlich, fordern aber begleitende Maßnahmen gegen Altersarmut. [BMAS]
Mehrwertsteuer-Senkung für Gastronomie kehrt zurück
Ein Erfolg der Gastronomiebranche: Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen in Restaurants und Cafés gilt ab 2026 wieder. [Resmio]
Die Corona-Sonderregel war 2024 ausgelaufen. Nach massivem Lobbying und einem Kompromiss mit den Grünen belebte die Schwarz-Rote Koalition sie wieder – zunächst befristet bis Ende 2028. Die Branche hatte argumentiert, dass viele Betriebe ohne die Entlastung nicht überleben könnten. [Resmio]
Wehrdienst-Fragebogen: Post vom Ministerium
Alle jungen Deutschen, die 2026 volljährig werden, erhalten Post vom Bundesverteidigungsministerium. In einem Fragebogen werden sie gebeten, ihre Bereitschaft zu einem freiwilligen Wehrdienst anzugeben. [cpm Defence Network]
Verteidigungsminister Pistorius hatte das Modell bereits 2025 angekündigt. Es ersetzt nicht die ausgesetzte Wehrpflicht, sondern soll Interessenten früher ansprechen und die Attraktivität des Wehrdienstes steigern. Für junge Frauen ist die Beantwortung freiwillig; für Männer besteht eine Auskunftspflicht. [cpm Defence Network]
Fazit: Ein Jahr voller sozialer Einschnitte – und Chancen
2026 ist geprägt von einer Mischung aus Belastung (teureres Deutschlandticket) und Entlastung (Mindestlohn, Aktivrente). Die Koalition setzt auf Erwerbsanreize für Ältere und stützt gleichzeitig eine krisengeplagte Gastronomie. Ob die Maßnahmen ausreichen, den Fachkräftemangel zu lindern und die Sozialsysteme zukunftsfest zu machen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.