25 Milliarden Euro. So viel kostet Deutschland die US-Zölle für die Jahre 2025 und 2026 zusammen – laut Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Keine Schätzung für ein Worst-Case-Szenario. Das ist der Stand jetzt, mit den bereits geltenden Zöllen.
Und es kommt noch dicker: Deutschland ist das Land in Europa, das Trumps Zölle am härtesten zu spüren bekommt. Weil wir eine Exportnation sind. Weil die USA unser größter Einzelmarkt außerhalb der EU sind. Weil wir jahrelang Handelsüberschüsse aufgebaut haben, die Trump als persönliche Beleidigung betrachtet.
Besonders hart trifft es die Autobranche. Fast 450.000 Autos gingen 2024 aus Deutschland in die USA – von Porsche über BMW bis Mercedes. In den ersten elf Monaten 2025 waren es acht Prozent weniger. In den Monaten direkt nach der Zoll-Einführung lag das Minus bei 16 Prozent. Die Zölle auf Autos starteten bei 27,5 Prozent – nach einem EU-Deal im August sanken sie auf 15 Prozent. Klingt nach Fortschritt. Ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten.
Dazu kommt: Deutsche Unternehmen haben die Reißleine gezogen. In den ersten Monaten nach Trumps Amtsantritt investierten sie gerade mal 265 Millionen Euro in den USA. Im langjährigen Durchschnitt waren es 4,6 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind keine Unternehmen, die schlecht wirtschaften – das sind Unternehmen, die ein politisches Risiko erkannt haben und sich zurückziehen.
Das Groteske an der Situation: Die jüngste Eskalation hat nichts mit Handelspolitik zu tun. Trump hat neue Zölle wegen Grönland angedroht – Deutschland zahlt Strafzölle, weil Trump Grönland kaufen will.
Die Bundesregierung wusste spätestens seit Trumps erster Amtszeit, was kommt. Es gab Warnungen, Studien, Analysen. Die Antwort war: abwarten, Gesprächskanäle offenhalten, auf die EU hoffen. Das Ergebnis liegt auf dem Tisch.
Fazit: Deutschland hat Trump für einen Entertainmentfaktor gehalten. Jetzt ist er ein Wirtschaftsrisiko – mit einer 25-Milliarden-Rechnung als Beweis.