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RLP-Wahl morgen: CDU knapp vorn – SPD-Ära droht Ende
Politik

RLP-Wahl morgen: CDU knapp vorn – SPD-Ära droht Ende

Morgen wählt Rheinland-Pfalz. CDU 29%, SPD 28%, AfD verdoppelt auf 19%. Nach 35 Jahren SPD-Regierung steht Mainz vor dem Machtwechsel.

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Morgen entscheidet Rheinland-Pfalz, ob 35 Jahre SPD-Regierung enden – und die Antwort könnte knapper kaum sein.

Am 22. März 2026 wählen rund 3 Millionen Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Die aktuellen Infratest-dimap-Zahlen (Stand 10 Tage vor der Wahl): CDU 29%, SPD 28%, AfD 19%, Grüne 8%, Linke 5%, FDP klar unter 5%. Die SPD, die das Bundesland ununterbrochen seit 1991 regiert, ist zum ersten Mal in der Geschichte des Landes unter die 30-Prozent-Marke gerutscht.

Was auf dem Spiel steht

Ministerpräsident Alexander Schweitzer – er übernahm das Amt im Juli 2024 von Malu Dreyer – kämpft gegen CDU-Herausforderer Gordon Schnieder, der den Schuldenabbau und die Wirtschaftspolitik ins Zentrum seines Wahlkampfs gestellt hat. Im Direktvergleich genießt Schweitzer mit 38% Zustimmung gegenüber 21% für Schnieder noch Sympathiebonus – aber Sympathie und Wahlzettel sind zwei verschiedene Dinge.

Die eigentliche tektonische Verschiebung findet an den Rändern statt: Die AfD hat ihr Ergebnis von 8,3% in 2021 auf 19% mehr als verdoppelt. Die FDP fliegt nach aktuellen Projektionen raus.

Der BASF-Faktor – das eigentliche Wahlthema

Rheinland-Pfalz' größter Arbeitgeber steckt in der Existenzkrise. Zwischen 2023 und Ende 2025 hat BASF 4.800 Arbeitsplätze abgebaut, die Hälfte davon in Ludwigshafen. 2026 ist laut Vorstandschef Kamieth ein weiteres "Übergangsjahr mit deutlichem Gegenwind". Die Investitionen werden bis 2029 um mehr als 30% gegenüber der Vorplanung gedeckelt.

Das Symbol, das die Belegschaft am meisten trifft: BASF verkauft rund 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen. Jahrzehntelang war das ein Zeichen sozialen Friedens – Konzern sorgt für seine Leute. Dieses Versprechen ist jetzt Geschichte. Und genau das spüren Wähler, die früher SPD gewählt haben und heute AfD wählen.

Die Koalitionsarithmetik ist eindeutig

Spoiler: Es wird eine GroKo geben. Mit einer AfD bei 19% fehlt den demokratischen Parteien der mathematische Spielraum für irgendetwas anderes. Ampel? Tot. Dreier ohne AfD? Rechnerisch fast unmöglich. Die einzige stabile Koalition in Mainz ist CDU + SPD – die Frage des Abends ist nur, wer den Ministerpräsidenten stellt.

Was das für die Bundespolitik bedeutet

Eine CDU-geführte Regierung in Mainz würde den Druck auf die Bundesebene erhöhen – insbesondere bei Themen wie Schuldenbremse, Industriepolitik und Energiepreisen. Rheinland-Pfalz ist kein Randland: Es ist das Bundesland von BASF, der Chemieindustrie und einem Arbeiterschaft, der die wirtschaftliche Transformation direkt auf die Lohnzettel schlägt.

Wenn die SPD morgen Abend verliert, ist das nicht nur eine regionale Niederlage. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass die alten Volksparteien genau dann an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn sie am meisten gebraucht werden.

@bessernews

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