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RP-Wahl am Sonntag: Kippt die SPD nach 35 Jahren?
Politik

RP-Wahl am Sonntag: Kippt die SPD nach 35 Jahren?

Wahlkampf in Rheinland-Pfalz: Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU) vor der Landtagswahl am 22. März 2026

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In fünf Tagen könnte die SPD ein Bundesland verlieren, das sie seit 35 Jahren hält.

Am Sonntag, dem 22. März, wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Die aktuellen Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen: CDU bei 28–29 Prozent, SPD bei 26–28 Prozent. Die AfD liegt stabil bei 19 Prozent. Und 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler sind laut aktuellen Befragungen noch unentschieden. Das macht diese Wahl zu einem echten Coin Flip.

Zur Einordnung: Rheinland-Pfalz ist seit 1991 SPD-Land. Malu Dreyer hat das Bundesland fast anderthalb Jahrzehnte geprägt. Ihr Nachfolger Alexander Schweitzer ist erst seit weniger als einem Jahr Ministerpräsident – er muss das Amt verteidigen, das er nicht gewählt, sondern geerbt hat. CDU-Herausforderer Gordon Schnieder wäre der erste CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz seit 35 Jahren.

Das ist keine kleine Randwahl. Das ist ein handfester Stimmungstest für die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz.

Wenn die CDU hier gewinnt, wird Merz das als Bestätigung seines Kurses verkaufen – und das mit einigem Recht. Ein Sieg in RP wäre der erste landespolitische Beweis, dass die neue Bundesregierung Rückhalt hat. Wenn die SPD hält, ist die Botschaft umgekehrt: Trotz Ampel-Ende, Wahlniederlage und Führungsfragen auf Bundesebene ist die SPD in den Ländern noch wettbewerbsfähig.

Die 22 Prozent Unentschlossenen sind der entscheidende Faktor. Das ist fast jeder fünfte Wähler – genug, um das Ergebnis in jede Richtung zu kippen. Beide Kandidaten wissen das. Die letzten Tage vor der Wahl werden brutal intensiv.

Was auffällt: Die AfD mit 19 Prozent ist zu groß, um zu regieren – und zu klein, um selbst zu regieren. Alle demokratischen Parteien schließen eine Koalition mit ihr aus. Das bedeutet: Jede AfD-Stimme verknappt den Pool für eine handlungsfähige Koalition. Im wahrscheinlichsten Szenario landet Rheinland-Pfalz nach der Wahl in einer großen Koalition aus CDU und SPD – egal wer vorne liegt. Ein Ergebnis, das niemanden wirklich begeistert, aber das Zweite nach der AfD in der Wahlarithmetik ist.

Für dich konkret: Falls du in Rheinland-Pfalz wahlberechtigt bist – Sonntag ist Wahltag. Die Briefwahlfristen laufen. Die Unterschiede zwischen CDU und SPD auf Landesebene sind in Bildung, Kommunalfinanzen und Wirtschaftspolitik durchaus real.

Fazit: Am Sonntag entscheidet sich, ob Merz seinen ersten Länder-Sieg einfährt – oder ob die SPD trotz allem noch Rückhalt hat. Wir berichten danach mit Klartext.

@bessernews

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