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Schulstreik gegen Wehrpflicht: Sie wollen nicht in den Krieg
Politik

Schulstreik gegen Wehrpflicht: Sie wollen nicht in den Krieg

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In über 100 deutschen Städten streiken heute Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Beim letzten Streik im Dezember 2025 waren es 40.000 – heute soll die Zahl deutlich höher liegen. Die GEW, Deutschlands größte Lehrergewerkschaft, unterstützt die Aktion ausdrücklich.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit einer Woche führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran. Die Hormus-Straße ist gesperrt. Europa redet über Aufrüstung. Und die Bundesregierung hat Anfang 2026 mit dem neuen Wehrdienstgesetz die Musterung wieder eingeführt – für alle Männer des Jahrgangs 2008 und jünger.

Das sind Sechzehn-, Siebzehn-, Achtzehnjährige. Also: genau die, die heute auf der Straße stehen.

Diese Schüler streiken nicht, weil sie bequem sind. Sie streiken, weil sie Angst haben. Echte Angst. Die Nachrichten zeigen seit einer Woche Kriegsbilder aus dem Iran. Ihre Generation ist mit Klimaangst aufgewachsen, dann mit Corona, dann mit dem Ukraine-Krieg – und jetzt das.

Wenn eine Generation von Jugendlichen auf die Straße geht und sagt 'wir wollen nicht in den Krieg', dann ist das ein politisches Signal, das gehört werden muss. Nicht wegerklärt, nicht als 'verständliche Emotion' abgetan.

Die Gegenargumente kennen wir: Europa muss sich verteidigen können. Die Zeitenwende ist real. Das stimmt alles. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass Zwangseinziehung die richtige Antwort ist. Was fehlt, ist nicht Zwang – was fehlt, sind Investitionen, Attraktivität, eine klare Kommunikation, warum und wofür.

Stattdessen lädt man Sechzehnjährige zur Musterung und wundert sich, dass sie nicht begeistert sind.

Fazit: Wer Jugendliche in den Dienst verpflichten will, muss ihnen zuerst erklären, wofür – und darf sich nicht wundern, wenn sie lieber streiken als schweigen.

@bessernews

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