Amerika führt Krieg gegen den Iran — und kauft gleichzeitig dessen Öl. Das ist keine Satire.
Seit dem 28. Februar beschießen US-Streitkräfte iranische Ziele. Die Hormuzstraße — durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen — ist faktisch blockiert. Das Ergebnis: explodierende Energiepreise weltweit. In Deutschland zahlst du gerade so viel für Sprit und Heizöl wie seit Jahren nicht mehr.
Trumps Lösung für das Problem, das Trump verursacht hat: Am Freitag erlaubte das US-Finanzministerium vorübergehend den Kauf von iranischem Öl, das bereits auf Tanker geladen war. Die Ausnahme gilt bis zum 19. April. Parallel erwägt die Regierung, 140 Millionen Barrel iranisches Öl auf den Markt zu lassen — aus der Kategorie "Sanktionen, die wir gerade aussetzen, weil der Krieg, den wir führen, uns zu teuer wird."
Kurz: Amerika bekämpft den Iran und kauft sein Öl. Gleichzeitig.
Das ist nicht nur absurd — das zeigt, wie wenig diese Kriegsstrategie durchdacht war. Wer eine Region mit dem wichtigsten Öldurchfahrtspunkt der Welt angreift, ohne einen Plan für die Energiepreise zu haben, hat entweder nicht nachgedacht oder es war ihm egal. Beides ist keine gute Antwort.
Wer profitiert? BP, Shell, Marathon Petroleum und Vitol haben bereits Zugriff auf US-Reserveöl bekommen — 45,2 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve. Dieselben Konzerne, die von hohen Ölpreisen profitieren, wenn die Reserven knapp werden. Willkommen im Energiekrieg des 21. Jahrhunderts: Krieg für die Schlagzeilen, Deals für die Konzerne.
Was das für dich bedeutet: Die Lockerung ist ein Pflaster auf einer Schusswunde. 140 Millionen Barrel klingen viel — sind aber global gesehen nur wenige Tage Weltproduktion. Solange die Hormuzstraße nicht frei ist, bleibt der Ölpreis volatil. Solange der Ölpreis volatil ist, bleibt Tanken teuer, Heizen teuer, alles teuer.
Die Bundesregierung täte gut daran, die Abhängigkeit von dieser Region endlich als das zu behandeln, was sie ist: ein strategisches Sicherheitsrisiko. Nicht erst seit heute. Aber heute ist es besonders offensichtlich.
Trumps Energiepolitik in einem Satz: Zündel an, und wenn's brennt — frag den Nachbarn nach Wasser.**