Epstein-Ermittlungen weiten sich aus: Polizei durchsucht Anwesen von Ex-Minister Mandelson
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Die britische Polizei hat am 7. Februar 2026 zwei Adressen des früheren Wirtschaftsministers Peter Mandelson durchsucht. Dem 72-Jährigen wird Fehlverhalten im öffentlichen Amt vorgeworfen – konkret soll er vertrauliche Regierungsinformationen an den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen haben. Die britische Regierung selbst hatte Mandelson wegen Amtsmissbrauchs angezeigt.
Die wichtigsten Punkte
- Die Polizei durchsuchte am 7. Februar 2026 zwei Adressen des früheren britischen Wirtschaftsministers Peter Mandelson wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt [Tagesschau].
- Mandelson wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an den verstorbenen Sexualstraftäter Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die britische Regierung selbst hat ihn deshalb angezeigt [Tagesschau].
- Mandelson wurde bei der Durchsuchung nicht verhaftet. Die Ermittlungen werden von der Polizei als komplex beschrieben und erfordern eine umfangreiche Beweiserhebung und -analyse [Tagesschau].
- Mandelson trat infolge des Skandals aus der Labour-Partei aus und gab seinen Sitz im britischen Oberhaus ab [Tagesschau].
Vom Botschafter zum Beschuldigten
Erst im Februar 2025 war Mandelson zum britischen Botschafter in den USA ernannt worden. Doch bereits im September 2025 verlor er den Posten, als Dokumente belegten, dass er deutlich länger engen Kontakt zu Epstein gepflegt hatte, als er zuvor eingeräumt hatte [Tagesschau]. Die jüngst veröffentlichten Epstein-Akten legen eine enge Freundschaft zwischen beiden nahe. Epstein, ein amerikanischer Finanzier, war 2008 wegen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden und starb 2019 in Untersuchungshaft, nachdem er erneut wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen worden war [Yahoo].
Mandelsons Verteidigung
In einem Interview äußerte sich Mandelson zu den Vorwürfen. Er habe auf Epsteins Anwesen nie junge Frauen oder Mädchen gesehen, sondern lediglich Haushälterinnen mittleren Alters. Er führte seine Homosexualität als Grund an, weshalb er von Epsteins sexuellen Aktivitäten ferngehalten worden sei [T-online]. Bei den Opfern entschuldigte er sich für ein System, das ihre Stimmen nicht gehört habe, bestritt aber jede persönliche Schuld oder Mitschuld.
Regierung Starmer unter Druck
Die Ernennung Mandelsons zum Botschafter setzt auch Premierminister Keir Starmer unter Druck. Starmer beteuerte, nichts von der engen Verbindung Mandelsons zu Epstein gewusst zu haben, und distanzierte sich mehrfach von ihm [Tagesschau]. Die Londoner Metropolitan Police erklärte, die britische Regierung selbst habe Mandelson wegen Amtsmissbrauchs angezeigt und den Behörden Material übergeben. Auf Druck des Parlaments stimmte die Regierung zu, mehr als 100.000 interne Dokumente zur Ernennung und Entlassung Mandelsons zu veröffentlichen.
Internationale Dimension des Skandals
Die Ermittlungen gegen Mandelson sind nur ein Teil eines größeren Komplexes. In den USA verweigerte das Ehepaar Clinton eine Aussage vor einem Kongressausschuss. Die Anwälte des früheren Präsidenten Bill Clinton und der Ex-Außenministerin Hillary Clinton argumentierten, alle relevanten Informationen seien bereits freiwillig übermittelt worden [Yahoo]. Dem ehemaligen Präsidenten wird vorgeworfen, in den Jahren 2002 und 2003 mehrfach mit Epsteins Privatjet gereist zu sein.
Was die Durchsuchungen bedeuten
Die Durchsuchungsaktionen deuten darauf hin, dass die Ermittler konkrete Anhaltspunkte haben, die über die bereits bekannte Korrespondenz hinausgehen. Die Polizei sprach von einer umfangreichen Beweiserhebung und -analyse. Ob sich daraus konkrete strafrechtliche Vorwürfe ergeben, bleibt abzuwarten.
Ausblick
Die Durchsuchungen bei Mandelson zeigen, dass die britischen Behörden den Fall auch Jahre nach dem Tod Epsteins aktiv verfolgen. Die Komplexität der Ermittlungen spiegelt die undurchsichtigen Beziehungsgeflechte wider, die Epstein mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterhielt. Ob sich aus den sichergestellten Beweismitteln konkrete strafrechtliche Vorwürfe gegen Mandelson ergeben, ist derzeit offen.