Zurück
Infrastruktur & Verkehr

Nach tödlichem Angriff: Bahn lädt zu Sicherheitsgipfel nach Berlin

Nach tödlichem Angriff: Bahn lädt zu Sicherheitsgipfel nach Berlin
Illustration: Infrastruktur & Verkehr – Nach tödlichem Angriff: Bahn lädt zu Sicherheitsgipfel nach Berlin

Die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter hat einen neuen, tragischen Höhepunkt erreicht. Nachdem ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz getötet wurde, lädt die Deutsche Bahn für diesen Freitag zu einem Krisentreffen nach Berlin. Dort sollen Vertreter aus Politik, Unternehmen und Gewerkschaften über dringende Maßnahmen beraten. Die SPD-Fraktion im Bundestag geht bereits mit einer weitreichenden Forderung voran: Sie will den Sicherheitsdienst der Bahn verstaatlichen.

Die wichtigsten Punkte

  • Am Freitag, dem 13. Februar 2026, findet in Berlin ein Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn statt. Eingeladen sind Vertreter von Politik, Bahn und Gewerkschaften [Tagesschau].
  • Der Gipfel ist eine direkte Reaktion auf den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz [Tagesschau].
  • Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Schaffung eines „Zentralen Objektschutzes Bahn“ mit einheitlichen Standards und weniger Schnittstellen [Süddeutsche Zeitung].
  • Der Gewerkschafter Andreas Roßkopf von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der Tat einen erneuten Weckruf und fordert von den Verantwortlichen in Politik und Behörden endlich Taten statt Worte [Tagesschau].

Ein Gipfel unter Druck

Die Einladung zum Berliner Treffen erfolgt unter dem Eindruck großer Betroffenheit und wachsender Angst unter den Beschäftigten. Der gewaltsame Tod des Kollegen in Rheinland-Pfalz hat die Debatte um den Schutz von Zugpersonal und Fahrgästen schlagartig neu entfacht. Während die genauen Umstände der Tat noch aufgeklärt werden müssen, ist der Handlungsdruck auf die Verantwortlichen enorm. Der Termin am Freitag soll nun konkrete Schritte einleiten, um die Sicherheit im Bahnverkehr zu erhöhen und das Personal besser zu schützen.

SPD will Sicherheitsdienst verstaatlichen

Noch vor dem Gipfel hat die SPD-Fraktion im Bundestag einen konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt. Die Sozialdemokraten fordern, den Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn zu verstaatlichen und in einen „Zentralen Objektschutz Bahn“ zu überführen [Süddeutsche Zeitung]. Ziel ist es, durch einheitliche Standards und eine klare Führungsstruktur unter dem Dach der Bundespolizei die Effektivität zu steigern. Bisher sind Sicherheitsaufgaben bei der Bahn oft zwischen verschiedenen Dienstleistern und der Bundespolizei aufgeteilt, was zu Schnittstellenproblemen führen kann.

Gewerkschaft fordert Konsequenzen

Andreas Roßkopf von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) übt deutliche Kritik. Er betrachtet den jüngsten Vorfall als ein weiteres Alarmsignal, das endlich zu konkreten Maßnahmen führen müsse [Tagesschau]. Aus seiner Sicht reichen Lippenbekenntnisse von Politikern und Behördenvertretern nicht mehr aus. Stattdessen müsse jetzt gehandelt werden, um die Sicherheitslage nachhaltig zu verbessern und das Personal zu schützen. Seine Forderung spiegelt die Stimmung vieler Beschäftigter wider, die sich zunehmend unsicher fühlen.

Alltag voller Übergriffe

Die Sorge der Mitarbeiter ist nicht unbegründet. Viele Zugbegleiter und Busfahrer berichten davon, bereits mindestens einmal Opfer eines Übergriffs durch Fahrgäste geworden zu sein. Diese Erfahrungen prägen den Arbeitsalltag und führen zu einer veränderten Risikowahrnehmung. Einige Mitarbeiter geben offen zu, aus Angst vor Gewalt bereits auf Ticketkontrollen zu verzichten, wie es in einem Bericht heißt. Der Wunsch, am Ende des Tages unversehrt nach Hause zu kommen, steht für viele im Vordergrund. Diese Grundangst macht deutlich, wie dringend Lösungen benötigt werden.

Was der Gipfel bringen muss

Die Erwartungen an das Treffen am Freitag sind hoch. Es geht nicht nur um Symbolpolitik, sondern um handfeste Maßnahmen, die den Schutz der Beschäftigten im täglichen Betrieb spürbar erhöhen. Die Diskussion wird sich zwischen den Polen einer möglichen Verstaatlichung von Sicherheitsaufgaben, wie von der SPD gefordert, und pragmatischen, schnell umsetzbaren Schritten bewegen. Klar ist: Das Vertrauen der Mitarbeiter in die Sicherheitskonzepte des Unternehmens und den Schutz durch den Staat muss dringend wiederhergestellt werden. Der Berliner Gipfel ist dafür ein erster, wichtiger Test.

Nach tödlichem Angriff: Bahn lädt zu Sicherheitsgipfel nach Berlin - Illustration
Weitere Illustration: Infrastruktur & Verkehr – Nach tödlichem Angriff: Bahn lädt zu Sicherheitsgipfel nach Berlin