Merz auf Golf-Reise: Mehr Flüssiggas aus Katar, engere P...
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Bei seiner ersten Reise auf die Arabische Halbinsel als Bundeskanzler will Friedrich Merz (CDU) die strategischen Partnerschaften zu drei besonders einflussreichen Golfstaaten stärken – trotz autoritärer Regime und umstrittener Rüstungsgeschäfte. Im Zentrum steht das Interesse an mehr Flüssigerdgas (LNG) aus Katar.
Die wichtigsten Punkte
- Bundeskanzler Friedrich Merz will aus dem Golfstaat Katar mehr Flüssigerdgas (LNG) beziehen. [Tagesschau]
- Katar ist der weltweit größte Exporteur von LNG. [Tagesschau]
- Merz will die Beziehungen zu Saudi-Arabien auf "ein neues Niveau" heben. Sein Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman wurde als "herzlich und offen" beschrieben. [Boerse-online]
- Es geht auch um Rüstungsgeschäfte. Saudi-Arabien und Katar zählten zwischen 2020 und 2024 zu den weltweit größten Importeuren von Militärgütern. [Nau] [Lomazoma]
- Differenzen gibt es bei der Laufzeit von möglichen LNG-Lieferverträgen, da Gas für Deutschland nur Übergangstechnologie ist. [Tagesschau]
Pragmatischer Kurs gegenüber autoritären Regimen
Merz reiste zunächst nach Saudi-Arabien, dann nach Katar und weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Sein Ansatz ist pragmatisch: "Wir stellen die Golfstaaten nicht unter Generalverdacht", so die Haltung des Kanzlers. [Boerse-online] Das zweieinhalbstündige Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman – 2018 vom US-Geheimdienst für den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich gemacht – drehte sich um Energie, Verteidigung, KI und regionale Konflikte. [Boerse-online]
Energie und Rüstung im Fokus
Deutschland möchte seine Energieimporte diversifizieren, "um weniger abhängig von den USA und Russland zu sein", wie der ägyptische Energieexperte Ahmed Kandil erläutert. [Tagesschau] Ein Hindernis sind die von Katar gewünschten langfristigen Verträge, die nicht zur deutschen Energiewende-Strategie passen. [Tagesschau] Parallel werden Rüstungskooperationen diskutiert. Der Weg für weitere Eurofighter-Exporte nach Saudi-Arabien war bereits Anfang 2024 von der Vorgängerregierung freigemacht worden. [Nau] [Lomazoma]
Warum das wichtig ist
Die Reise ist Teil einer strategischen Neuorientierung Deutschlands. In einer Weltordnung, in der Großmachtpolitik zunimmt, will Merz Abhängigkeiten von Supermächten wie China und den USA verringern und das Beziehungsnetzwerk erweitern. [Nau] [Lomazoma] Die Golfregion hat sich seit den arabischen Aufständen 2011 zu einem neuen Machtzentrum der arabischen Welt entwickelt. [Nau] Die Partnerschaften sollen Energieversorgung sichern, aber auch Investitionen der reichen Golfstaaten in Deutschland und damit Arbeitsplätze fördern. [Boerse-online]