FDP will Wegzugsbesteuerung abschaffen
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Die FDP sieht in der Wegzugsbesteuerung ein Standortproblem.
Die FDP will eine bestimmte Steuer abschaffen: die „Wegzugsbesteuerung". Diese Steuer trifft Menschen, die Deutschland verlassen und ihre Firma mitnehmen wollen. Die FDP sagt: Diese Steuer ist unfair und schadet Deutschland. Aber was ist diese Steuer überhaupt – und warum ist sie so umstritten?
Was ist die Wegzugsbesteuerung?
Stell dir vor, du hast eine Firma gegründet. Die Firma ist heute viel wert – sagen wir 10 Millionen Euro. Du hast noch kein Geld verdient, weil du die Firma nicht verkauft hast. Aber auf dem Papier bist du reich.
Jetzt willst du nach Spanien ziehen. Sobald du Deutschland verlässt, sagt das Finanzamt: „Moment! Du musst Steuern zahlen – auf den Gewinn, den du gemacht hättest, wenn du die Firma verkauft hättest."
Das ist die Wegzugsbesteuerung. Du musst Steuern zahlen, obwohl du noch gar kein Geld bekommen hast.
Ein Beispiel:
Anna hat vor 10 Jahren ein Start-up gegründet. Heute ist ihre Firma 10 Millionen Euro wert. Sie will nach Portugal ziehen.
- Gewinn auf dem Papier: 10 Millionen Euro (weil die Firma so viel wert ist).
- Steuersatz: 26,375% (Deutschland).
- Steuerschuld: 2,6 Millionen Euro.
Das Problem: Anna hat kein Bargeld – ihr Vermögen steckt in der Firma. Sie müsste einen Kredit aufnehmen oder Teile der Firma verkaufen, nur um die Steuer zu zahlen.
Warum gibt es diese Steuer?
Die Idee der Regierung (CDU/SPD) ist: Wenn jemand reich wird in Deutschland, soll er hier auch Steuern zahlen. Die Wegzugsbesteuerung soll verhindern, dass reiche Leute einfach in Länder mit niedrigen Steuern ziehen, ohne Deutschland etwas zu geben.
Beispiel: Jemand wird in Deutschland reich, zieht nach Monaco (keine Steuern) und verkauft dort die Firma. Deutschland bekommt nichts. Die Wegzugsbesteuerung soll das stoppen.
Warum ist die FDP dagegen?
Die FDP sagt: Diese Steuer ist unfair und schadet Deutschland. Warum?
1. Du zahlst für Geld, das du nicht hast
Die Steuer wird fällig, bevor du Geld bekommst. Das ist wie eine Strafe fürs Wegziehen. Die FDP nennt das einen „goldenen Käfig": Du darfst gehen – aber nur, wenn du einen riesigen Preis zahlst.
2. Gründer werden abgeschreckt
Die FDP sagt: Wenn Gründer wissen, dass sie bei einem Umzug hohe Steuern zahlen müssen, gründen sie vielleicht gar nicht erst in Deutschland. Oder sie ziehen früh weg – bevor die Firma viel wert ist.
Beispiel: Ein junger Gründer überlegt: Soll ich in Deutschland oder in den Niederlanden gründen? In den Niederlanden gibt es keine Wegzugsbesteuerung. Also geht er dorthin. Deutschland verliert Innovation.
3. Andere Länder haben keine Wegzugsbesteuerung
Die FDP sagt: Viele erfolgreiche Länder (USA, Großbritannien, Niederlande) haben keine Wegzugsbesteuerung. Deutschland verliert im Wettbewerb um kluge Köpfe.
Was ist der „goldene Käfig"?
Der goldene Käfig ist eine Metapher. Ein Käfig aus Gold sieht schön aus – aber du sitzt trotzdem gefangen.
Die FDP sagt: Die Wegzugsbesteuerung ist ein goldener Käfig für Gründer. Sie dürfen Deutschland verlassen – aber nur, wenn sie einen hohen Preis zahlen. Das fühlt sich an wie Gefangenschaft.
Was sagen andere Parteien?
CDU und SPD (Regierung): „Reiche sollen zahlen!"
Die Regierung will die Steuer behalten. Ihre Argumente:
- Wer in Deutschland reich wird, soll hier Steuern zahlen.
- Ohne die Steuer könnten reiche Leute einfach in Steuerparadiese ziehen.
- Deutschland braucht Steuereinnahmen – zum Beispiel für Schulen und Krankenhäuser.
Grüne: „Steuerflucht stoppen!"
Die Grünen unterstützen die Wegzugsbesteuerung. Sie sagen: Reiche Leute sollen nicht einfach verschwinden können. Steuergerechtigkeit ist wichtiger als die Freiheit für Millionäre.
Linke: „Noch höhere Steuern!"
Die Linke will die Wegzugsbesteuerung nicht nur behalten – sie will sie sogar verschärfen. Ihre Botschaft: Reiche zahlen sowieso zu wenig Steuern.
Was würde passieren, wenn die FDP gewinnt?
Wenn die Wegzugsbesteuerung abgeschafft wird:
- Gute Seite: Gründer könnten freier entscheiden, wo sie leben. Deutschland würde attraktiver für Start-ups.
- Schlechte Seite: Reiche Leute könnten einfach in Steuerparadiese ziehen. Deutschland würde Steuereinnahmen verlieren.
Was bedeutet das für normale Leute?
Die Wegzugsbesteuerung betrifft vor allem reiche Gründer und Unternehmer. Normale Arbeitnehmer zahlen sie nicht.
Aber: Die Debatte zeigt eine grundsätzliche Frage: Soll Deutschland ein Land sein, das Gründer anzieht – oder ein Land, das Reiche zur Kasse bittet?
Die FDP sagt: Wenn Deutschland zu streng ist, gehen die klugen Köpfe woanders hin. Dann verliert Deutschland Innovation, Arbeitsplätze und Steuern.
Die Regierung sagt: Wenn wir zu nachgiebig sind, verschwinden die Reichen einfach – und normale Leute müssen mehr zahlen.
Wie geht es weiter?
Die FDP fordert die Abschaffung im Rahmen des „Standortfördergesetzes" – einem großen Gesetz zur Verbesserung der deutschen Wirtschaft. Die Regierung (CDU/SPD) hat bisher abgelehnt.
Die nächsten Wochen werden zeigen: Kann die FDP genug Druck machen? Oder bleibt die Wegzugsbesteuerung bestehen?
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