Rahmedetalbrücke öffnet wieder – 1,5 Milliarden Euro Schaden
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Nach über vier Jahren: Die Rahmedetalbrücke ist zurück.
Was passiert ist
Bundeskanzler Friedrich Merz hat heute die neue Rahmedetalbrücke auf der A45 offiziell freigegeben. Nach über vier Jahren Vollsperrung können LKW und Autos endlich wieder die wichtigste Nord-Süd-Verbindung zwischen Frankfurt und Dortmund nutzen. Die alte Brücke musste im Dezember 2021 wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sperrung kostete die Wirtschaft 1,5 Milliarden Euro
- Täglich passierten früher 48.000 Autos und 16.000 LKW die Brücke
- Der Neubau dauerte rekordverdächtige 2 Jahre (nach Baustart 2023)
- Kosten: 170 Millionen Euro statt ursprünglich geplanter 43,5 Millionen (2014)
- Zunächst läuft der Verkehr zweispurig in beide Richtungen – Vollausbau bis Herbst 2026
Warum das wichtig ist
Die Rahmedetalbrücke steht für Deutschlands Infrastrukturkrise. Bereits 2014 wurde ein Neubau beschlossen – doch die Planungen wurden 2017 gestoppt, um andere Projekte vorzuziehen. Die Folge: Die Brücke stand wegen Einsturzgefahr still, bevor die Bagger bereit waren.
Für Südwestfalen war die Sperrung eine Katastrophe. Lüdenscheid – ein Zentrum für Automobilzulieferer und Weltmarktführer – wurde von seinen Lieferketten abgeschnitten. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm:
- 1 Milliarde Euro Mehrkosten für Logistik durch Staus und Umwege
- 500 Millionen Euro Umsatzverluste für Handel und Gastronomie
- 600 Millionen Euro regionale Standortkosten allein im Märkischen Kreis
Die vorzeitige Teilöffnung heute erspart der Region weitere Schäden in Höhe von rund 60 Millionen Euro allein für den kommenden Winter.
Was jetzt passiert
Zunächst fährt der Verkehr auf einer Brückenhälfte zweispurig in beide Richtungen. Die vollständige Fertigstellung mit der zweiten Brückenhälfte ist für Herbst 2026 geplant. Bis dahin bleibt es ein Provisorium – aber ein funktionierendes.
Experten warnen: In NRW stehen zahlreiche weitere Brücken vor dem Kollaps. Die Wiehltalbrücke auf der A4 etwa wird täglich von 25.000 LKW befahren – auch dort droht eine Vollsperrung.